Arkham Horror

SpielartBrettspiel VerlagFantasy Flight Games
Spielerzahl3-7 Spieler Alterab 12 Jahren
Spieldauer120 Minuten Erscheinungsjahr2005
Erweiterungenkeine

Rezension

Auf dieses Spiel hatten wir uns wirklich gefreut. Zum einen weil uns das Thema des Spiels sehr anspricht, denn es geht um den Cthulhu-Mythos (basierend auf den Horrorgeschichten von H.P. Lovecraft). Zum anderen weil wir den Verlag sehr schätzen, denn Fantasy Flight Games haben in letzter Zeit viele gute Spiele herausgebracht, vom etwas gelungenen Twilight Imperium über die gute Videospielumsetzung Warcraft bis hin zum genialen A Game of Thrones. Doch leider wurden wir ziemlich enttäuscht, denn obwohl man bestimmt seinen Spaß mit dem Spiel haben kann, hat es einen entscheidenden Fehler: es ist irgendwie belanglos.
Doch fangen wir mal von vorne an: die Packung ist schwer und gut gefüllt. Ich zähle einfach mal auf, was alles in der Pappschachtel ist:
1 riesiger Spielplan
1 Regelheft mit 24 Seiten
5 Würfel
16 Charaktere mit jeweils einem Übersichtsblatt, einem Plastikclip und einem Pappaufsteller
306 Pappcounter (!)
368 Spielkarten (!!)
8 Monsterübersichten
So viel Ausstattung - das muss doch eigentlich Spaß machen. So viel zu entdecken, so viel zu zu erforschen, so viel zu bekämpfen. Um ehrlich zu sein ist die Ausstattung in unseren Augen kompletter Müll. Sie schraubt die Komplexität in die Höhe ohne wirklich etwas für den Spielfluss zu bringen. Fast wirkt es so, als läge das ganze Zeug nur zum Angeben in der Schachtel - für das Spielgefühl braucht man es nicht wirklich. Mag aber sein, dass nur unsere Testrunden das so empfunden haben, denn viele Spieler scheinen diesen gewaltigen Haufen an Material und Karten sehr zu schätzen - so dass inzwischen mehrere Erweiterungen für Arham Horror erschienen sind. Darum beschriebe ich lieber, um was sich das Spiel denn nun dreht.
Es geht darum, die Stadt Arkham vor den einfallenden Bedrohungen zu beschützen. Überall öffnen sich Tore, durch die Monster in die Stadt eindringen. Und irgendwo im Verborgenen erwacht ein Ältester (eine Art Übermonster) aus seinem Schlaf um die Welt zu vernichten. Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines Charakters, von denen 16 verschiedene mit unterschiedlichen Werten (wie in einem Rollenspiel) und Ausstattung bereit stehen. Man zieht rundenweise über den Spielplan, der in Stadtteile unterteilt ist und einzelne Örtlichkeiten zeigt, um Ausrüstung zu sammeln und seine Spielwerte zu verbessern. Jede Runde wird eine Mythoskarte aufgedeckt, durch die sich meist ein Tor an einem bestimmten Ort öffnet und Monster in die Stadt eindringen. Diese Tore müssen die Charaktere schließen, in dem sie sich durch sie hindurch in eine andere Dimension ziehen lassen (davon gibt es acht verschiedene), lebend aus der Dimension zurückkehren und dann das Tor schließen oder sogar versiegeln. Mit jedem sich öffnenden Tor füllt sich eine Leiste, die - einmal gefüllt - den Ältesten erwachen lässt.
Die Spieler gewinnen indem sie eine bestimmte Anzahl an "Gate Trophies" sammeln (und nicht im Laufe des Spiels wieder ausgeben, obwohl sie viele Vorteile bringen), indem sie eine (niedrigere) Anzahl an Toren versiegeln (was aber schwerer ist) oder indem sie den Ältesten killen nachdem er erwacht ist (was sauschwer ist). Ja, richtig gelesen, die Spieler gewinnen zusammen oder verlieren zusammen - es gibt keinen einzelnen Sieger.
Ich mag Spiele, in denen man zunächst seine Werte und Ausrüstung verbessert wie Betrayal at House on the Hill, Abenteuer der kleinen Hobbits oder Runebound. Und ich habe nichts gegen Spiele, in denen alle Spieler zusammenarbeiten müssen wie in Schatten über Camelot. Arkham Horror aber hat mit beidem ein Problem: es ist nahezu egal, ob man Ausrüstung sammelt oder nicht und es ist zu leicht zu gewinnen. In unseren Testrunden kam es uns so vor, als wäre es keine große Herausforderung das Spiel zu gewinnen. Dadurch wurde aber das Spiel an sich belanglos, weil es einem so vorkam, als würde man nur stundenlang Karten sortieren. Wir haben die Regeln auch extra mehrmal gelesen, um auszuschließen, dass wir einen Fehler machen.
Während in Schatten über Camelot zufällige Elemente und ein Verräter unter den Spielern für Spannung sorgen hat Arkham Horror zudem soviele zufällige Elemente, dass das Glück absolut Überhand nimmt. Das viele Material war dazu gedacht, den Zufall noch zu steigern und so die Wiederspielbarkeit zu erhöhren. Erreicht wurde aber nur, dass alles komplex und unnötig überfüllt wirkt, ohne wirklichen Nutzen zu bringen. Das haben andere Spiele schon wesentlich eleganter gelöst.
Überarbeitete Fassung der Rezension vom 2. April 2008.

Persönliches Fazit

In unseren Testrunden kam einfach kein Spielspaß auf - man sitzt zwei Stunden oder länger da, sammelt einige der 368 Karten auf, deckt andere auf, läuft herum, versiegelt Tore und hat gewonnen. Einzig die Kämpfe gegen die Ältesten waren interessant, obgleich wir das Monster absichtlich haben erwachen lassen, weil wir problemlos vorher gewinnen hätten können. Das Spiel ist daher von unserer Seite absolut keine Kaufempfehlung, aber wer die Chance hat kann ja eine Proberunde spielen und prüfen, ob ihm das Spiel mehr Spaß macht als uns. Die Kommentare unten beweisen ja, dass es durchaus unterschiedliche Meinungen zu Arkham Horror gibt.

Geschrieben von Tommy Heinig am 10.08.2005.

Kommentare

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Eva am 13.11.2005:

5Im Gegensatz zur obigen Bewertung hat mir das Spiel sehr gut gefallen! Es ist zwar tatsächlich etwas langahtmig, aber dafür sehr spannend. Ich weiß auch nicht was das für eine ultimative Tatkti sein soll von der da geschrieben wird. Wir haben oft griße Mühe den Ältesten zu besigen.

Albertino am 23.04.2006:

5Dein Rezension finde ich unglaublich arrogant und total daneben. Zu deiner sicher Methode zu gewinnen - echte Spielefreaks finden für solche Fälle immer eine Lösung, auch ohne 'das Geheimnis' zu verraten. Z.B. gute Vorschläge, damit die Spielregel entsprechend angepasst werden kannn. Ich vermute allerdings, dass eure Spielgruppe Probleme hatte mit dem richtige interpretieren der Regeln. Werden alle Charaktere zufällig ausgewählt und hat man bei Erkundungen nicht dauernd Glück, dann helfen auch die Skills Speed und Lore nicht viel weiter.

Benni am 26.04.2006:

3Ich finde auch dass die Rezension recht arrogant daher kommt, aber auch irgendwie erfrischend erhlich. Immerhin hat mir das SPiel auch nicht gefallen. Die Kritikpunkte stimmen schon - die Ausstattung ist toll, aber nicht feingeschliffen worden. Die Komplexität ist unnötig hoch, ohne dem Spielspaß zuträglich zu sein. Schade, weil ich sowogl Ctulhu als auch die Art von Spiel gerne mag. Aber es istz ein eher unterdurchschnittliches Spiel.

Andreas am 27.08.2006:

2Also unsere Spielgruppe fand das Spiel, auch sehr ermüdent. Immer wieder der selbe Spielmechanismus, Karten ziehen, umherlaufen, herumwürfeln.Wo ist da der Horror? Und dann zieht sich das Spiel bis zu 5 Stunden hin ohne dass etwas wirklich spannendes passiert, abgesehen vom Kampf gegen den Alten. Schade ums Geld, umd die Zeit. Wahrscheinlich FFG schlechtestes Spiel. Und der HSv will dafür auch 50 Euro. Dann lieber in den eisernen Thron investieren, denn der ist genial.

Michael am 24.03.2008:

6Ich finde auch gut, dass die Rezension so ehrlich und ohne unnötige Huldigungen geschrieben ist, kann aber leider gar nicht zustimmen. Wir spielen seit einem Jahr Arkham Horror regelmäßig und ich hatte noch nie so viel Spaß mit einem einzigen Brettspiel. Vor allem fanden wir nie eine "langweilige Methode", um das Spiel zu gewinnen. Auch wenn wir alle mittlerweile ziemliche Experten für das Spiel geworden sind (nach 40 Matches), liegt unsere Gewinn-Rate bei weniger als 0,5, d.h., dass wir höchstens jedes zweite Spiel gewinnen. Und genau das macht für mich auch den großen Reiz des Spiels aus, zusammen mit den unendlich abwechslungsreichen Begegnungen, die, wenn richtig interpretiert und nicht nur vorgelesen, entgegen der Meinung des Rezensenten sehr viel Atmosphäre und "Horror" hervorrufen können. Interessiert wäre ich an der sicheren Lösung, die eure Gruppe gefunden hat. Schick doch bitte eine kurze Mail an Michael.Knarr[at]web.de. Liebe Grüße, Michael

Der kalte Finger am 24.06.2008:

5Ich kann obige Kommentare nicht verstehen - einfach ist es m. E. nicht, den Mythos zu besiegen. Ständig kommen neue Knüppel zwischen die Füße, und man muss tändig die Augen offen halten, dass die Limits eingehalten werden. Das mag den einen oder anderen intellektuell überfordern, und die Regeln verheddern sich gerne im Detail, das man dann im unübersichtlichen (wenn auch hübsch gemachten) Regelwerk nachschlagen muss. Aber einfach zu siegen ist es m. E. kaum, man muss als Team arbeiten. Es ist allerdings spürbar einfacher, wenn man nur gegen Yig oder einen anderen harmloseren Großen Alten kämpft. Hier gelingt es meist, die Siegbedingungen vor dem Erwachen und Endkampf zu erfüllen. Die dicken Klöpse sind aber recht tough, insofern kann man sich sein "Niveau" auch ganz aussuchen - und zur Not erhöhen die Expansions den Druck auf die Spieler spürbar!

Joe Diamond am 30.07.2008:

6Es drängt sich mir beim Lesen der Rezension der Verdacht auf, dass es sich offenbar um zwei verschiedene Spiele handeln muss. Das Arkham Horror, das ich seit einigen Monaten spiele, ist keinesfalls leicht zu gewinnen! Mehr noch, beim klassischen Vierer-Spiel und voller Anwendung aller Regeln (inklusive Gerüchte-Karten) gegen Cthulhu hat man eine realistische Chance von 1:2, rechtzeitig die Tore zu versiegeln. Den Endkampf besteht man nur, wenn es sehr spät im Spiel dazu kommt und dann geht noch einer der Ermittler drauf. Mein Fazit der Rezension: Hier hat es offenbar einige Missverständnisse beim Verständnis der Spielregeln gegeben. Erfahrungsgemäß brauchen selbst überdurchschnittlich intelligente Spieler drei Partien, bevor sie die Regeln auch nur annähernd draufhaben.

Meleranz am 18.08.2008:

1Ist mir schleierhaft, wie diese Berwertung zustande gekommen sein soll. Eine sichere Methode das Spiel zu gewinnen? Tatsächlich ist Arkham ein recht schweres Spiel - gegen einige der großen Alten (Atlach-Nacha zum Beispiel) liegt die Siegquote unter 50% würde ich mal sagen, bei anderen wird's leichter. Aber gerade weil auch kurz vor Schluß durch eine üble Mythoskarte nochmal alles geändert werden kann, bleibt der Adrenalinfaktor ziemlich hoch. Vermutlich habt Ihr einfach die Spielregeln nicht verstanden oder ungenau gelesen....

Puhmaus am 04.09.2008:

5Äh...gegen einen Großen Alten im Endkampf gewinnen? Wie soll das denn bitte gehen? Wir haben in unserer Runde einige Male das Vergnügen gehabt, in den "Endkampf" zu geraten und sind bei jedem Mal derartig vernichtet worden, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass es möglich ist, diese Kämpfe zu gewinnen. Ist ja auch so gedacht, immerhin ist es ein Großer Alter. Egal...ich glaube der Rezensent hat sich nicht richtig mit den Spielregeln auseinandergesetzt sonst könnte er nicht behaupten, AH wäre zu einfach.

Lorion am 07.10.2008:

3Ich vermute, dass das Spiel sehr stark von der Anzahl Spieler abhängig ist. Jeder zusätzliche Spieler erleichtert die Aufgabe. Sollte man wirklich 8 Leute um den Tisch versammeln, ist es gar kein Problem das Spiel zu besiegen.

Marc am 25.10.2008:

6Ich kann die Rezi auch nicht verstehen, ich spiele seit über einem halben Jahr begeistert Arkham Horror und das Teilweise bis zu zehn Stunden an einem Abend! Wenn ich das so lese geh ich stark davon aus, dass ihr die Regeln wirklich nicht verstanden habt oder die falschen in der Hand hattet. Es ist definitiv nicht einfach gegen den jeweils schalfenden Alten zu gewinnen schon gar nicht ohen Ausrüstung. Diese ist genrell das A und O! Nun gut, man darf nicht vergessen dass jeder seine anderen Geschmäcker hat aber vllt sollten sich der Verfasser und seine Truppe mal mit Leuten treffen die wissen wie man dieses Spiel spielt und dann werden sie denk ich schon eines besseren Belehrt (nicht böse sein!)

Schosch am 13.01.2009:

6Kann mich den meisten Kommentaren nur anschließen. Meiner Meinung iat AH ein total geniales Spiel... nicht nur die die Erweiterungen tragen zur langanhaltender Spannung bei! Es gibt eine Unmengen an Karten und der Spielplan ist gigantisch. Auch als Lovecraft Neuling bin ich schnell in das Spiel reingekommen und spiele es seid einem halben Jahr fast jede Woche, gewonnen haben wir ,glaube ich, erst 5 oder 6 mal. Ich kann verstehen, wenn jemanden das Spiel nicht gefällt aber auch mir kommt die Bewertung oben ziemlich arrogant vor...