A Clash of Kings

SpielartErweiterung VerlagFantasy Flight Games
Spielerzahl3-6 Spieler Alterab 12 Jahren
Spieldauer3 Stunden Erscheinungsjahr-
ErweiterungenA Game of Thrones, A Storm of Swords

Rezension

Eins vorweg: diese Rezension wendet sich an Spieler, die das Grundspiel von Game of Thrones bereits kennen. Nun ist die Erweiterung A Clash of Kings erschienen, die eine Art Kaufmannsladen darstellt. Man nimmt sich einfach, was einem gefällt, denn alle Teile der Erweiterung sind optionale Regeln, die im Baukastenprinzip an das Grundspiel angebaut werden können. Zunächst einmal wird ein neues Haus ins Spiel eingeführt: Haus Martell, was ein Spiel zu sechst möglich macht. Da auf dem Spielplan des Grundspiels kein Platz mehr für ein weiteres Haus wäre, deckt man einfach bestimmte Teile des Plans mit neuen Kacheln ab und erhält so den Plan für sechs Spieler. Das Spiel in nun maximaler Besetzung ist deutlich länger in der Spielzeit, was auch zu längeren Phasen der Passivität für einzelne Spieler führen kann. Dennoch ist das Spiel auch dann noch gut ausbalanciert und spannend.
Die Hauskarten (Kampfkarten) im Grundspiel waren für alle Häuser relativ ähnlich und somit gut überschaubar. A Clash of Kings bringt nun für alle sechs Häuser neue Hauskarten (für Haus Martell liegen also zwei Sets Hauskarten bei), die sich stärker voneinander unterscheiden und die Besonderheiten jedes Hauses herausheben. Zudem erscheinen sie mir etwas besser ausbalancierend zu wirken. Zur Unterscheidung von den herkömmlichen Hauskarten ist die Rückseite mit einem Kronensymbol versehen.
Das Spiel gewinnt enorm an Komplexität wenn die nächste Option verwendet wird: es geht um eine neue Einheitenart und Verteidigungsanlagen. Beide können auch getrennt ins Spiel integriert werden, machen aber im Doppelpack am meisten Sinn. Zunächst zu den Verteidigungsanlagen (graue Holzburgen). Diese können in einem Land gebaut werden und erhöhen den Verteidigungswert der Einheiten in dem Land um 1. Gravierender dürfte aber sein, dass alle angreifenden Ritter in der Kampfstärke auf 1 reduziert werden. Die neue Einheit ist die Belagerungswaffe (dargestellt durch einen hölzernen Belagerungsturm), welche gegen Städte, Festungen und Verteidigungsanlagen eine Kampfstärke von 4 besitzt, bei der Verteidgung oder im Angriff gegen reine Armee (ohne Gebäude) aber nur einen Kampfwert von 0. Damit ist die neue Einheit gleichzeitig sehr empfindlich und doch extrem mächtig in der richtigen Situation.
Wer das Grundspiel ein paar Mal gespielt hat bemerkt schnell die strategische Bedeutung der Meerfelder, über die man schnell weite Strecken zurücklegen kann. Leider entstanden aber um diese Felder schnell Schlachten, die einmal entschieden die Situation für den Rest des Spiels festklopften. Der Grund war, dass in einem vom Gegner besettztem Seefeld keine eigenen Schiffe mehr erbaut werden konnten - auch wenn man die angrenzenden Landfelder im Besitz hatte. Dies ändert sich nun mit den Häfen Westeros‘, die als Pappscheiben an bestimmten Stellen des Plans ausgelegt werden. Die Häfen sind eine Art zusätzliche Landfelder mit Sonderregeln, die den Bau von Schiffen auch in besetzen Seefelder erlauben (der eigentliche Mechanismus ist etwas komplizierter, aber im Spiel nicht schwer umsetzbar).
In Game of Thrones hängt viel vom Zufall ab, da jede Runde drei Westeros Karten aufgedeckt werden. Die nächsten beiden optionalen Regeln versuchen das Spiel hier etwas besser planbar zu machen. Der erste Weg ist durch sogenannte einmalige Befehle. Jedes Haus erhält dazu fünf einmalige Befehle. Jedes Haus kann damit zweimal im Spiel in einem beliebigen land Einheiten rekrutieren, einmal Einheiten aus umliegenden Feldern in ein Land zusammenziehen und einmal temporär die Versorgungsanzeige für sich erhöhen. Zudem hat jedes Haus einen speziellen neuen Befehl, der die Eigenart des Hauses unterstreichen soll. Nach der Verwendung kommen die einmaligen Befehle aus dem Spiel. Der zweite Weg ist eine veränderte Ablage der Westeros Karten. Kurz gesagt werden einfach die nächsten drei Karten jedes Decks offen ausgelegt, so dass der Spieler zumindest zwei Runden lang in die Zukunft sehen und vorausplanen kann.
Es folgt eine optionale Regel für den Kampf, die besagt, dass nicht nur eine Kampfkarte für jeden Spieler gewählt wird, sondern gleich drei. Aus diesen zieht der Gegner verdeckt eine, die im Kampf verwendet wird. Dadurch sind Kämpfe nicht mehr so stark planbar und insgesamt auch für den Angreifer mit mehr Risiko behaftet.
Zum Abschluss befindet sich noch eine neue Variante für das Spiel mit drei Spielern in der Packung, die dafür sorgt dass auch mit dieser Spielerzahl das Spiel ausgewogen ist. Wie schon beim Grundspiel ist die Ausstattung sehr gut, die Karten sind groß und schön illustriert, die Menge an Holzspielsteinen, Pappcounter (ordentlich dick) und Spielkarten auch hier wieder mehr als ordentlich. Leider hat aber auch die Erweiterung das gleiche Problem wie das Grundspiel: sie ist schlicht einen Tick zu teuer. Dafür machen aber alle neuen Regeln Sinn und das Baukastensystem zum Zusammenstellen einer eigenen Spielvariante ist schlicht genial.
Egal, ob man nur ein oder zwei oder alle optionalen Regeln einbaut, das Spiel bleibt stets ausgewogen.

Persönliches Fazit

A Clash of Kings ist eine sehr gute Erweiterung zu einem genialen Brettspiel. Zwar ist der Preis recht hoch (dafür bekommt man auch ein anderes vollständiges Brettspiel), doch sollten Fans von Game of Thrones den Kauf dennoch in Erwägung ziehen. Ich kann das Spiel jedenfalls auch in der erweiterten Variante sehr empfehlen!

Geschrieben von Tommy Heinig

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