A Game of Thrones

SpielartBrettspiel VerlagFantasy Flight Games
Spielerzahl3-5 Spieler Alterab 12 Jahren
Spieldauer3 Stunden Erscheinungsjahr-
ErweiterungenA Clash of Kings, A Storm of Swords

Rezension

Vergleiche von Fantasy-Autoren mit Großmeister Tolkien gibt es wie Sand am Meer, doch kaum einer hält ihnen stand. Eine der wenigen Ausnahmen ist George R.R. Martin mit seinem „Lied von Eis und Feuer“. Das Spiel „A Game of Thrones“ von Fantasy Flight Games nimmt diesen ausgezeichneten Hintergrund und wandelt ihn zu einem der besten Strategiespiele der letzten Jahre.
Das Spielbrett zeigt eine sehr schön gearbeitete Karte des Kontinents Westeros, in dem die Bücher spielen. Städte, Grenzen, und die Spielinformationen sind sehr übersichtlich auf der Karte dargestellt. Am Rand des Spielfelds findet man den Rundenzähler, die Versorgungsleiste, die Einflussleiste sowie den Truppenzähler für die Wildlinge untergebracht. Wie in jüngerer Zeit von FFG gewohnt ist das gesamte Spielmaterial außerordentlich gut gelungen und sowohl von der Qualität als auch der Gestaltung überzeugend. So empfinde ich es auch als nicht störend, dass einfarbige Holzfiguren gewählt wurden und nicht dem Trend zu bunten Plastikfiguren gefolgt wurde. Die einfachen Figuren erhöhen die Übersichtlichkeit enorm und kommen so dem Spielspaß zugute.
Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines der großen Häuser von Westeros. Um den Flair der Bücher weiter ins Spiel zu bringen sind auf den Kampfkarten wichtige Persönlichkeiten aus den Romanen abgebildet. Kenner der Reihe werden viele Figuren erkennen und sehen, dass die Macher des Spiels versucht haben, deren Charaktere durch Sonderfähigkeiten zu erhalten.
Das Spiel ist für fünf Spieler ausgelegt (durch Sonderregeln ist aber auch ein Spiel zu dritt oder zu viert möglich - mit der optionalen Erweiterung „A Clash of Kings“ sogar zu sechst). Wie für Strategiespiele üblich sind die Regeln recht komplex, wenn gleich es „A Game of Thrones“ schafft, relativ einfach und verständlich zu bleiben. Dennoch möchte ich den Spielverlauf nur grob wiedergeben, was auch daran liegt, dass auf der Homepage www.fantasyflightgames.com die komplette Spielanleitung heruntergeladen werden kann.
In jeder Runde finden drei Phasen statt: In der ersten werden drei weltbewegende Ereigniskarten aufgedeckt, die vorgeben, welche Handlungen diese Runde möglich sind. Diese Karten sind ein sehr gelungenes Werkzeug, das Schicksal ins Spiel einfließen zu lassen, ohne es zu glückabhängig zu machen. Die Zweite Phase ist die Befehlsphase. Jeder Spieler kann den Ländern, in denen er Einheiten stationiert hat, verdeckt Befehle geben. Dazu legt er Pappcounter, die die Befehle darstellen, direkt auf das Land. Da die Anzahl der Counter begrenzt ist, gilt es klug zu entscheiden, wo was getan werden soll. Insbesondere muss man die Gegner versuchen einzuschätzen. Die Befehle sind: Vorrücken und angreifen, Verteidigungstellung beziehen, eine andere Armee unterstützen, ein Nachbarland plündern und Macht sammeln. Alle Spieler drehen schließlich gleichzeitig die Befehlskarten um und es geht über zur dritten Phase.
Phase drei ist die Aktionsphase. Das Spiel verfügt über drei Leisten, in welchen die Macht der Spieler in verschiedenen Bereichen dargestellt wird. Eine dieser Leisten entscheidet die Spielreihenfolge, in der Spieler die Befehle aufdecken und ausführen. Dies birgt gewaltige taktische Möglichkeiten, da man sich kurzfristig entscheiden muss, welchen Befehl man wann ausführt.
Grundsätzlich kennt das Spiel nur drei verschiedene Einheiten: Soldaten, Ritter und Schiffe. Kommt es zu einem Kampf, wählen beide Seiten eine Kampfkarte aus. Diese erhöht zum einen die Kampfkraft (Anzahl der eigenen Truppen plus der unterstützenden Truppen), zum anderen zeigen Symbole die Folgen des Kampfes. Denn in „A Game of Thrones“ ist der Kampf nicht immer tödlich, meist muss sich der Verlierer nur mit seinen Truppen zurückziehen. Nur wenn auf der Kampfkarte ein oder mehrere Schwerter abgebildet sind, muss der Verlierer Einheiten vernichten. Türme auf der Kampfkarte des Verlierers negieren Schwerter. Kampfkarten werden abgelegt und erst wenn man alle seine sieben Karten verwendet hat, bekommt man sie wieder auf die Hand zurück.
Unzählige Feinheiten wie die geniale Art, wie die Truppenstärke beschränkt wird um keine gigantischen Armeen zu ermöglichen, die weiteren Machtleisten, die einfallenden Wildlinge oder die oft spielentscheidenden Seestreitmächte habe ich gar nicht erwähnt, obwohl gerade diese Details das Spielgefühl von „A Game of Thrones“ ausmachen. Ich bin schlicht begeistert von der geschickten Art und Weise, mit der hier Strategie, Taktik und Zufall verwoben wurden. Dazu noch die hervorragende Ausstattung und heraus kommt ein grandioses Strategiespiel.

Persönliches Fazit

Mal abgesehen vom hohen Preis ist „A Game of Thrones“ das meiner Meinung nach beste Strategiespiel. Punkt. Egal ob Twilight Imperium, Civilization, Risiko in allen Inkarnationen, Axis & Allies oder History of the World - kein Spiel hat eine solche taktische Tiefe gepaart mit Einsteigerfreundlichkeit und Spielspaß.

Geschrieben von Tommy Heinig

Kommentare

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Sven am 07.12.2005:

6Das beste Brettspiel momentan! Aber unbedinmgt die Erweiterung "Clash of Kings" dazu kaufen! Bald erscheint auch Sword of Sorrow die nächste Erweiterung. Mal sehen ob die auch so gut wird!

Thomas am 04.01.2006:

6Ich möchte als begeisterter Strategiespieler mit leider nurmehr eingeschränktem Zeitspektrum hinzufügen, dass das hohe Niveau der strategischen Möglichkeiten auch im vernunftigen Zeitrahmen bleibt. Zwar wird man für die Erklärung mindestens 30 Minuten einzuplanen haben, aber nach insgesamt 3 Stunden sollte das Spiel doch gespielt sein. Sowas schfft man bei Civilisation, Britannia, Empire, Dune, etc... nicht. A Game of thrones wird sicher seinen Platz als absoluter Klassiker des Strategiespiels finden. Erfreulich auch die extrem flexibel einsetzbare , qualitativ hochwertige erweiterung, oder besser Erweiterungsset, denn man kann die 9 Optionen je nach belieben einsetzen oder lassen - und das Spiel wird tatsächlich leicht verändert ohne zu drastisch auszufallen. Gratulation!

Thomas Berg am 05.01.2006:

6Für mich ganz klar eines der besten Strategiespiele auf dem Markt. Die Glückskomponente ist auf ein Minimum reduziert und dadurch ist es allein dem Können der Spieler vorbehalten, den Sieg nach Hause zu fahren. Die Erweiterung "Clash of Kings" ist aufgrund der vielfältigen zusätzlichen Möglichkeiten jedem AGoT-Fan ans Herz zu legen (z. Bsp. steigt die Spieleranzahl von max. 5 auf nun 6). Wer zudem noch die Bücher von "George R. R. Martin" um die Saga gelesen hat, wird dieses Spiel lieben.

neon666 am 17.05.2006:

6fuer vielspielerInnen und strategie fans ein absolutes top spiel. zur zeit mein lieblingsspiel und mit der eweiterung einfach top, mitte 06 soll ja die neue erweiterung a storm of swords rauskommen. laut ersten berichten eine super erweiterung unbedingt auf www.fantasyflightgames.com die ersten vorschauen zur neuen erweiterung ansehen. bin trotz grosser spielesammlung und eher geiziger punktvergabe auf die bestnote fuer diese perle gekommen.

MaxxOne am 10.06.2006:

6Besser geht es nicht - und trotzdem freue ich mich auf die Erweiterung im Sommer!

Andreas am 13.09.2006:

6Es handelt sich wahrhaftig um ein äußerst geniales Spiel. Wer das Spiel Wallenstein liebt und kennt, wird beim eisernen Thron um das mehrfache begeistert sein. Auf dieser Website findet ihr auch ein Strategieforum zum Spiel. http://www.michas-spielmitmir.de/forum/

Smari am 04.08.2008:

5Super Spiel!