Der Herr der Ringe
| Spielart | Brettspiel | Verlag | Kosmos |
| Spielerzahl | 3-5 Spieler | Alter | ab 12 Jahren |
| Spieldauer | 90 Minuten | Erscheinungsjahr | - |
| Erweiterungen | keine | ||
Rezension
Keine leichte Aufgabe, die man da Herrn Knizia, dem Brettspielserienproduzent, gestellt hat: Sollte er doch den Herrn der Ringe in ein Brettspiel packen. Leider ist der Eindruck eher zwiespältig und durchwachsen. Das beginnt schon beim ersten Öffnen der Schachtel wenn man den Inhalt derselben in Augenschein nimmt. Nicht gerade wenig Material ist dort zu finden: fünf Spielpläne, fünf Hobbitfiguren aus Plastik, eine schwere Figur, die Sauron darstellen soll, viele Spielkarten und Pappmarker und ein Würfel. Während die Spielpläne und auch der Sauronstein schön gestaltet sind und irgendwie edel wirken, verläßt einen dieses Gefühl bei den Hobbits schon ein wenig (leider sehen alle bis auf die Farbe gleich aus) und erst recht bei den häßlichen Pappmarkern. Die dort abgebildeten Symbole sehen aus wie aus einer x-beliebigen Clipart Sammlung und wollen nicht so recht zum Spiel passen.
Doch nun zum eigentlichen Spiel, das wirklich nicht einfach zusammenzufassen ist. Auf einem Hauptspielplan sind verschiedene Stationen auf der Reise der Gefährten abgebildet, die linear durchlaufen werden. Bei manchen wechselt man zu einem der vier Abenteuerspielplänen, bei anderen bekommt man wertvolle Extrakarten. Zudem befindet sich hier eine Leiste, auf der die Hobbits auf der einen und Sauron auf der anderen Seite starten. Im Laufe des Spieles werden die Hobbits in die dunkle Macht geführt und Sauron kommt ihnen entgegen. Sollte ein Hobbit mit Sauron zusammentreffen, so ist dessen Spieler aus dem Spiel. Hatte der Hobbit aber den einen Ring bei sich, so ist für alle das Spiel zu Ende.
Auf den Abenteuerplänen werden Ereignisplättchen aufgedeckt, die die unterschiedlichsten Auswirkungen haben. Mal müssen die Spieler eine Anzahl ihrer raren Spielkarten mit einem bestimmten Symbol abgeben, mal wird gewürfelt, ob Sauron sich den Spielern nähert und mal werden wirklich schwerwiegende Ereignisse ausgelöst (die fast immer schlecht für die Spieler sind). Daher gilt es, möglichst schnell durch einen Abenteuerspielplan zu kommen, indem man zusätzliche Spielkarten ausspielt. Dabei müssen die Spieler miteinander über die Situation reden und bereit sein, kooperativ zu handeln – sonst haben sie gegen die böse Seite keine Chance. Spätestens auf dem letzten Abenteuerspielplan „Mordor“ entscheidet sich dann das Schicksal: Am Ende ist der Ring entweder vernichtet oder durch das letzte Ereignis in die Hände Saurons gefallen.
Ihr findet meine Ausführungen etwas lustlos? Dann beschriebe ich das Spiel eigentlich ganz gut. Bei unseren Testspielen mochte keine rechte Spannung auftreten. Zwar ist es gerade am Anfang nicht immer leicht, Sauron die Stirn zu bieten, aber deswegen wird das Spiel noch lange nicht aufregend. Vielmehr spielt man vor sich hin, beratschlägt sich hier und da und spielt weiter vor sich hin. Das Glückselement ist in unseren Augen sehr hoch, die Kooperation läßt wenig Individualismus aufkommen und der wirkliche Anreiz sein Bestes zu geben fehlt. Zwar wird das Spiel mit Sonderkarten und Gandalfkarten etwas aufgelockert, aber viel retten kann das dann
auch nicht mehr.
Persönliches Fazit
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Von der Idee her ist die Umsetzung des Romans gut gelungen, denn es sind Kooperation und Planung und manchmal auch etwas Risiko gefordert. Doch unsere Spielrunden fanden den eigentlichen Spielablauf langweilig und eintönig. Tolkien Fans dürfen sich das Spiel gerne näher ansehen, alle anderen sollten sich den Kauf gut überlegen. Wie man ein kooperatives Spiel spannend und besser gestalten kann zeigt einige Jahre nach dem Erscheinen dieses Brettspiels das Spiel "Schatten über Camelot" von Days of Wonder.
Geschrieben von Tommy Heinig




















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