Cranium

SpielartBrettspiel VerlagCranium
Spielerzahlab 4 Spieler Alterab 12 Jahren
Spieldauer60 Minuten Erscheinungsjahr-
Erweiterungenkeine

Rezension

Ich gabe es offen zu: ich mag Partyspiele nicht besonders. Während eine Runde Tabu noch okay ist (solange es bei einer Runde bleibt), kann man mich mit Activity und Konsorten jagen. Umso verwunderlicher, dass mein momentanes Lieblingsspiel ausgerechnet ein solches Partyspiel ist.
Woran das liegt ist schnell gesagt: hat man eine ausreichend große Runde an Spielern zusammen (sechs sollten es schon sein, die dann in zwei Teams zu je drei Leuten spielen - wir haben aber auch schon 16 Leute in vier Teams zu vier Spielern gehabt und das Spiel dauerte zwar länger, war aber dennoch gut spielbar und sehr spassig) kommt dank dauernder Abwechslung keine Langeweile auf.
Das Spiel unterscheidet Aufgaben in vier verschiedenen Bereichen: Wortspiele (Vorwärts- und Rückwärtsbuchstabieren, Buchstabensalaten einen Sinn geben und „Glücksrad“-Spielen), Wissentests (Multiple Choice-Fragen, Schätzfragen und reine Wissensfragen), Darstellungsaufgaben (Pantomime, berühmte Personen durch einen typischen Satz darstellen oder eine Melodie summen) und Kreativitätsaufgaben (Montagsmaler (auch mal blind) und Figurenkneten). Die Teams sind abwechselnd n der Reihe und müssen sich an eine der Aufgaben wagen. Dabei besteht immer ein Zeitlimit von etwa einer Minute. Das schöne ist nun, dass innerhalb des Teams ausgewählt wird, wer die entsprechende Aufgabe lösen muss (wenn nicht ohnehin das ganze Team gemeinsam dran ist). Dadurch wird keiner zum Summen gezwungen, der nicht summen möchte.
Wer seine Aufgabe löst, der darf mit dem Würfel würfeln und so einen Pfad zur Spielplanmitte ablaufen. Unterbrochen wird die Strecke durch sogenannte Cranium-Felder, auf denen man zwingend stehenbleiben muss. Wer die erste Aufgabe auf einem solchen Feld lösen kann, darf bis zum nächsten Cranium-Feld auf einer kürzeren Innenbahn weitergehen und damit abkürzen.
Alle paar Aufgaben wird eine „Club Cranium“-Karte aufgedeckt, dessen Aufgabe sozusagen als Bonusrunde von allen Teams gleichzeitig gegeneinander gespielt wird. Der Gewinner dieser Runde darf einmal würfeln und weiterziehen, danach ist das eigentliche Team noch einmal mit einer Aufgabe an der Reihe.
In der Spielplanmitte angekommen gilt es, aus jedem der vier Gebiete eine Aufgabe zu bewältigen und abschließend noch eine vom gegnerischen Team ausgewählte. Wer diese Hürde als erstes Team schafft, der gewinnt das Spiel. Mit 6 Spielern liegt die Spieldauer bei moderaten 60 Minuten.
Die Aufmachung des Spiels ist sehr gut, die Aufgaben sind für den deutschen Markt angepasst und die Ausstattung beihnaltet alles, was man zum Spielen braucht. Immerhin liegen neben den 800 Aufgaben und dem Spielbrett vier Plastikfiguren, vier Bleistifte und Notizblöcke, ein Becher Knete und eine Sanduhr in der Schachtel.
Die Aufgaben dürften für ein knappes Dutzend Spiele ausreichend, bevor sie sich wiederholen. Das ist aber auch nur bei den Wissensfragen wirklich schlimm, die anderen Aufgaben können problemslos mehrmals auftauchen. Für die amerikanische Version (die bereits etliche Spielepreise gewonnen hat und ein großer Erfolg ist) sind bereits einige Nachschubpakete mit neuen Aufgaben erschienen.

Persönliches Fazit

Der Preis ist zwar sehr hoch*, dafür bekommt man aber auch ein reich ausgestattetes Spiel, das in größeren Runden dank seines Abwechslungsreichtums sehr viel Spaß macht. Einzig die Cranium-Felder mögen etwas zu mächtig sein, denn mit dem richtigen Würfelglück und den diesen Feldern kann ein Team schnell in Führung gehen.
*inzwischen ist der Preis in den meisten Läden deutlich gesunken, so dass dieses Gegenargument entfällt.

Geschrieben von Tommy Heinig

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