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Rezensionen
In diesem Bereich findet Ihr Rezensionen von Brett- und Kartenspielen. Wir stellen Euch das jeweilige Spiel kurz vor und sagen unsere Meinung dazu. Dabei vergeben wir auch eine Wertung, die von 1 (schlechtes Spiel) bis 6 (super Spiel) reicht.

Ein Spiel über den Cthulhu Mythos, auch noch opulent ausgestattet und durch Erweiterungen ausbaubar - das alles klingt extrem vielversprechend. Doch fangen wir mal von vorne an: die Packung ist schwer und gut gefüllt. Ich zähle einfach mal auf, was alles in der Pappschachtel ist:
1 riesiger Spielplan
1 Regelheft mit 24 Seiten
5 Würfel
16 Charaktere mit jeweils einem Übersichtsblatt, einem Plastikclip und einem Pappaufsteller
306 Pappcounter (!)
368 Spielkarten(!!)
8 Monsterübersichten.
So viel Ausstattung - das muss doch eigentlich Spaß machen. So viel zu entdecken, so viel zu zu erforschen, so viel zu bekämpfen. Um ehrlich zu sein ist die Ausstattung aber fast schon zu erschlagend und wirkt zudem aufgesetzt. Sie schraubt die Komplexität in die Höhe ohne wirklich etwas für den Spielfluss zu bringen. Fast wirkt es so, als läge das ganze Zeug nur zum Angeben in der Schachtel - für den Spielfluss bräuchte man es nicht wirklich.
Wenigstens ist die Ausstattung auf sehr hohem Niveau, sowohl was die Qualität der Materialien als auch der Texte und Illustrationen anbelangt.
In Arkham Horror geht es darum, die Stadt Arkham vor den einfallenden cthuloiden Bedrohungen zu beschützen. Überall öffnen sich Tore, durch die Monster in die Stadt eindringen. Und irgendwo im Verborgenen erwacht ein Ältester (eine Art Übermonster) aus seinem Schlaf um die Welt zu vernichten. Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines Charakters, von denen 16 verschiedene mit unterschiedlichen Werten (wie in einem Rollenspiel) und Ausstattung bereit stehen. Man zieht rundenweise über den Spielplan, der in Stadtteile unterteilt ist und einzelne Örtlichkeiten zeigt, um Ausrüstung zu sammeln und seine Spielwerte zu verbessern. Jede Runde wird eine Mythoskarte aufgedeckt, durch die sich meist ein Tor an einem bestimmten Ort öffnet und Monster in die Stadt eindringen. Diese Tore müssen die Charaktere schließen, in dem sie sich durch sie hindurch in eine andere Dimension ziehen lassen (davon gibt es acht verschiedene), lebend aus der Dimension zurückkehren und dann das Tor schließen oder sogar versiegeln.
Mit jedem sich öffnenden Tor füllt sich eine Leiste, die - wenn komplett gefüllt - den Ältesten erwachen lässt.
Die Spieler gewinnen, indem sie eine bestimmte Anzahl an "Gate Trophies" sammeln (und nicht im Laufe des Spiels wieder ausgeben, obwohl sie viele Vorteile bringen), indem sie eine bestimmte Anzahl an Toren versiegeln (was aber schwerer ist) oder indem sie den Ältesten killen nachdem er erwacht ist (was sauschwer ist). Ja, richtig gelesen, die Spieler gewinnen zusammen oder verlieren zusammen - es gibt keinen einzelnen Sieger.
Ich mag Spiele, in denen man zunächst seine Werte und Ausrüstung verbessert wie Betrayal at House on the Hill oder Abenteuer der kleinen Hobbits. Und ich habe nichts gegen Spiele, in denen alle Spieler zusammenarbeiten müssen wie in Schatten über Camelot oder Battlestar Galactica. Arkham Horror aber hat mit beidem ein Problem: es ist nahezu egal, ob man Ausrüstung sammelt oder nicht (zumindest war dies in unseren Proberunden so - und wir haben die Anleitung tatsächlich mehrmals gelesen und in unterschiedler Besetzung gespielt). Und es ist zumindest in der Basisvariante ohne Erweiterungen zu leicht zu gewinnen.
Während in Schatten über Camelot zufällige Elemente und ein Verräter unter den Spielern für Spannung sorgen hat Arkham Horror keinen menschlichen Gegenspieler, sondern nur viele zufällige Elemente, so dass das Glück absolut Überhand nimmt. Das viele Material steigert diese Zufallskomponente noch, sorgt aber auch für eine erhöhte Wiederspielbarkeit. Dennoch wäre hier weniger mehr gewesen.
Wer aber Spiele wie Runebound, das in eine sehr ähnliche Richtung geht, liebt, der wird wahrscheinlich von Arkham Horror absolut begeistert sein.
Ich habe viele Onlineshops durchprobiert, doch seit Anfang 2008 kaufe ich meine Spiele (fast) ausschließlich bei www.spiele-offensive.de und habe damit nur gute Erfahrungen gemacht. Der Shop ist schnell, hat ein riesiges Angebot und vor allem faire Preise.